Bodenaufbau - 1 oder 2 Folien?

  • Hallo zusammen,


    ich habe den Winter über so viel recherchiert, gelesen, Videos angeschaut, mir Tips und Ratschläge anderer angehört und dennoch komme ich auf keinen grünen Zweig. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen.


    Unser "Mobilheim" ist ein Wohnwagen mit Vorbau und sieht von außen wir ein Gartenhäuschen aus.

    Der Vorbau-Boden ist das Thema.

    Der bestehende Boden ist knapp 15cm hoch und ist von außen nach innen so aufgebaut:


    Erdboden

    Waschbetonplatten

    Holzkonstruktion (vermutlich auf Balkenschuhen)

    OSB-Platten

    PVC


    Da ist, was wir bisher gesehen haben, Null Isolierung drin. Und er ist uneben, mittig ist die höchste Stelle und fällt auf beiden Seiten ab.


    Wir möchten den Boden neu machen und isolieren. Wir dachten an folgenden Aufbau:


    - Erdboden

    - Waschbetonplatten

    - Punktuell weitere Waschbetonplatten, 4cm, als Abstandhalter zum eigentlichen Boden, punktuell in den Ecken usw.

    - Darauf Gummipads zum Ausgleichen, um die Holzkonstruktion in die Waage zu bringen

    - Neue Holzkonstruktion 8x14cm (die 14cm hochgestellt) und natürlich entsprechend vorbehandelt

    - Lattung 3x5cm an die Holzkonstruktion

    - darauf 15mm OSB Platten

    - 6cm XPS-Platten Dämmung

    - Dampfbremsfolie

    - Bodendielen 2-2,5cm

    - Neuer PVC?!?


    Außen wird Lochblech angebracht um Mäusen & Co keinen Unterschlupf zu ermöglichen. Wir dachten das so auch eine gute Unterlüftung gegeben ist.

    Dennoch meinen andere, es braucht unten eine zweite Folie.


    Also reicht die Dampfbremsfolie oben oder muss eine weitere unten zwischen Waschbetonplatten und Holzkonstruktion auch rein?

    Ich hänge mal ein paar Bilder an.


    Bin auf eure Antwort gespannt.

    Und danke schön :)

    IMG_2020-10-03_08-47-35.JPGIMG_20210314_221813.jpgIMG_20210314_223414.jpgIMG_20210314_223353.jpg

  • Unten brauchst du keine Folie, wenn genügend Luft dran kommt und keine Nässe stehen bleibt. Wäre aber schade die 14 cm zwischen den Sparren ungenutzt zu lassen. Du könntest das so aufbauen wie einen Mobilheim Boden.

    *Balken vorbehandeln

    *Gefache unten mit Folie (diffusionsoffen) oder Faserplatten verschließen damit Ungeziefer nicht reinkrabbeln kann.

    *Gefache mit Styrodur oder Styropor füllen.

    *Mit Baufolie abdichten, damit kein Putzwasser oder ähnliches eindringen kann.

    *Bodenplatten

    *Bodenbelag, z. B. Vinyllaminat oder Dielenbretter


    Sicher kann Holländer da noch Tipps geben. Er hat schließlich sein Chalet selbst gebaut und ist Schreiner.

    Gruß Peter

  • Erstmal sorry, das ich mich erst jetzt wieder melde...


    Seehase

    Habe mich wahrscheinlich unglücklich ausgedrückt... Die Gefache bleiben nicht leer. Auf dem letzten Bild sieht man den Querschnitt.

    Die Balken werden auf jeden Fall vorbehandelt. Die Latten kommen an die Balken dran und darauf die OSB-Platten, somit ist es verschlossen. Dann kommt die Dämmung da hinein, also ins Gefach.

    Oben auf die Dampfbremsfolie, Bodenplatten und Belag.


    Aber unten direkt am Boden, so daß die gesamte Bodenkonstruktion auch noch in Folie gepackt ist, sehe ich als nicht nötig. Es wurde mir aber dazu geraten, deshalb meine Frage.

  • Moien Leute,

    noch keine kurze Info: Wenn OSB-Platten verlegt werden ist keine Dampfbremsfolie mehr erforderlich. Die OSB-Platten müssen dann nur in Nut-/Feder mit speziellem Leim verklebt werden. Eine zusätzliche Verklebung der Stöße mit Dichtband ist auch möglich. Wichtig: Die Böden "schwimmend" verlegen.

    Entscheidend bei all diesen "Dampfbremsarbeiten" ist die richtige Hinter-/Querlüftung. Wenn die nicht gegeben ist nutzt die beste Dampfsperre nichts.

    Wir bauen gerade in einem Holzhaus die Holzfußböden zurück. Der Besitzer ist mit der Bodendämmung übers Ziel hinaus geschossen. Aufbau: Sparren 120mm, Dämmung 140mm WLG 035, OSB-Platten, Dampfbremsfolie, Trittschall 3mm und 6mm Laminat. Hinter-/Querlüftung magelhaft. Die aufsteigende Bodenfeuchte ist durch die Dämmung, dann über die Verschraubung der OSB-Platten unter die Dampfbremsfolie gezogen. Letztendlich hat sich die Feuchtigkeit dann, in einem Zeitraum von 15 Monaten, über die Wände rundum ihren Weg gesucht.

  • UweRussel

    Wie jetzt? Ich frage 1 oder 2 Folien und du sagst gar keine Folie nötig? 🤔

    Entschuldige, jetzt bin ich als Handwerker- und Camping-Neuling verwirrt... 😬🤯🙈

    Und was bedeutet "schwimmend"?

    Die Holzunterkonstruktion liegt punktuell auf Waschbetonplatten plus Terassengummipads auf, ca. 4-5cm.

    Die OSB-Platten sind dann nochmal 5cm höher, also in Summe ca. 9-10cm.

    Das sollte genug Unterlüftung sein, oder?

    Und oberhalb der Dämmung bis zu den Bodendielen ist auch noch mal 1,5-2cm Luftzirkulation/Querlüftung möglich.

    Und da brauch ich echt keine Folie? Was ist zB. mit Putzwasser? Wenn das durchsickert, ist es direkt auf der Dämmung?! 😳

    Oder versteh ich es völlig falsch ⁉️

  • Mit schwimmend verlegt meint Uwe, dass die OSB Platten nicht auf die Träerbalken verschraubt werden sondern nur aufliegen. Die bleiben durch ihr Eigengewicht an ihrem Platz, können sich aber frei bewegen - schwimmen eben.

    Bei den wenigen m2 kannst du aber die Folie drunter legen. Schadet ja nicht. Bei der von ihm angeführten Konstruktion wurde die Folie ferner auf und nicht unter den OSB Platten verlegt. Da die Folie ja Feuchtigkeit nur in eine Richtung diffundieren lässt und OSB Platten bedingt wasserfest sind, hat sich diese dann zwischen Platten und Folie gesammelt und einen anderen Weg gesucht.

  • Moien,

    also nochmal kurz erklärt:

    - OSB-Platten sind eine zugelassene Dampfbremse (Stöße müssen aber hierbei verklebt sein um eine geschlossene Fläche zu ergeben)

    - OSB-Platten werden nicht zum Erdreich hin eingebaut sondern Raumseitig

    - zwischen Erdreich und Sparren baut man z.B. ein atmungsaktives Vlies ein um aufsteigende Bodenfeuchte in die Konstruktion zu minimieren. Dadurch verringert man auch den Befall von Insekten und Kleingetier in die Konstruktion.


    Dann baut ihr die Styrodurdämmung mittig in die Sparrenkonstruktin ein. Jetzt die OSB-Platten einbauen wie beschrieben. Zwischen den OSB-Platten und dem Styrodur mindestens 20mm Luft lassen.


    Von wie viel Putzwasser sprechen wir hier das in die Bodenkonstruktion sickern könnte?
    Ihr baut einen Holzboden und hier wird nebelfeucht geputzt. Das gleiche gilt für Laminat. Ein PVC-Belag wird zu den Wandseiten hin eh mit einer Silikonfuge (Hohlkehle) abgedichtet.

  • UweRussel

    Also ist meine Überlegung zum Bodenaufbau genau verkehrt rum, wenn ich vom deiner Erklärung ausgehe.


    Unten Vlies, Unterkonstruktion, darin die Dämmung, und dann OSB als Dampfbremse, Bodenbelag.


    Aber wie hält dann die Dämmung in den Sparren? Nur auf den Latten auf meinem Querschnitt-Bild? 🤔


    I'm really confused 😔🤪

  • Bau dein Sparrengerüst, unten Dachlatten anschließen, Fächer mit Windbremsvlies unten schließen damit kein Ungeziefer rein krabbeln kann. Dann Isolierung in die Fächer. Wenn du Styrodur nimmst kannst du auf das Windbremsvlies verzichten, weil da Insekten nicht durchkommen. Der Boden ist dann so aufgebaut wie Caravan Wände und die gammeln ja auch nur, wenn Wasser reinläuft. Wenn deine Sparren noch aus KD Holz sind hält das ewig.

  • Mal ne Frage zum Thema Bodenaufbau, weil ich nicht weiß, wie unser MH von unten ausschaut, wenn ich nicht die Holzverkleidung abmache:


    Erkennt man von unten, wenn z. B. eine Undichtigkeit von oben Wasser (in merklichen Mengen, undichte Duschtasse) in den Boden bringt? Würde man die durchgedrungene Feuchtigkeit von unten erkennen oder hat der Bodenaufbau im MH dafür doch zu viele Schichten?


    Ich frage, weil ich überlege, die Holzverkleidung abzumachen, aber eigentlich denke, dass ich das von unten eh nicht sehe (weil Wasser ggf. eher unterm Oberboden bleiben und dort schimmeln würde). Aber WENN man Feuchtigkeit von unten in der Regel sieht, dann mache ich das Holz auch ab ... Habt Ihr eine Meinung?


    (Der Thread zu unserer Duschtasse ist hier https://www.forum-mobilheim.de/thread/3994-duschwanne-erneuern-selbst-machen/?postID=55251#post55251 - es geht mir aber jetzt nur um den Bodenaufbau, deswegen dachte ich, die "Teilfrage" passt hier rein.)

  • AnneSee

    Bei Mobilheimen ist ja in der Regel der Bodenaufbau sehr einfach gehalten. Die Sparren des Chassis bestehen aus U-Blechen und darüber laufen Balken in Längstrichtung. Obendrauf sind dann OSB Platten und drüber der Vinylbelag. Die Dämmung besteht aus ca. 50mm Glas/Mineralwolle und drunter wird Folie getackert, damit die Wolle nicht rausfällt. Wasserführende Leitungen sind dann (häufig ungedämmt) unter dem Fahrwerk frei zugänglich verlegt.

    Undichtigkeiten bedeuten, die Dämmwolle wird nass und dadurch schwerer. Es bilden sich Säcke und die Feuchtigkeit ist unter der Folie gut zu erkennen. Bedeutet leider häufig auch, dass der Fußboden verrottet und sich unter dem Bodenbelag Schimmel gebildet hat. Dann muss aufwändig renoviert werden, manchmal müssen auch Balken erneuert werden. Lässt sich alles reparieren, aber durch die Entfernung nach Zeeland und die oft umständliche Materialbeschaffung geht schnell ein ganzer Urlaub drauf. Wir deutschen Städter sind ja sehr verwöhnt. Ob Holzhandel, Baustoffe oder Baumärkte ist alles im Übermaß vor Ort. Hier in NL muss man häufig weite Strecken fahren und die Angebote bei Gamma oder Praxis sind sehr überschaubar und teilweise unverschämt überteuert.

  • Die Dämmung besteht aus ca. 50mm Glas/Mineralwolle und drunter wird Folie getackert, damit die Wolle nicht rausfällt. Wasserführende Leitungen sind dann (häufig ungedämmt) unter dem Fahrwerk frei zugänglich verlegt.

    Undichtigkeiten bedeuten, die Dämmwolle wird nass und dadurch schwerer. Es bilden sich Säcke und die Feuchtigkeit ist unter der Folie gut zu erkennen.

    Vielen Dank, das ist in dem Fall fast eine gute Nachricht, wenn der Boden so "einfach" ist. Das erscheint sogar mir reparabel :). Dann schauen wir mal drunter, wenn es wärmer ist, ob ich nicht übervorsichtig bin. Das Bad ist so verbaut, dass man das Waschbecken ausbauen muss, um die Waschmaschine aus der Nische neben der Duschkabine rauszubekommen (um unter den Boden zu schauen). Das würde ich uns gern ersparen ... (auch wenn ich eher damit rechne, dass es nötig werden wird, aber hoffen kann man ja mal :grins).

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